Ein schillerndes Schmuddelkind


Man muss schon Glück haben, um einen Schillerfalter zu sehen. Normalerweise halten sie sich in Baumkronen auf und kommen nur auf den Boden, wenn sie ein Leckerchen lockt. Ihre Vorlieben sind allerdings so speziell (ok, aus Menschensicht), dass man lieber nicht wissen möchte, worin dieser hier grad herumstochert. Aas, Kot, Schweiß, Teer und Benzin finden sie unwiderstehlich.

Entfesselte Politiker = Gefesselte Bürger


Die jetzige NRW-Regierung hatte uns einen Entfesselungspakt versprochen, und wie zu befüchten war, macht sie damit Ernst. Nachdem die bayerinschen Brandbeschleuniger in Vorlage gegangen sind, soll auch in NRW ein neues Polizei-Gesetz in Kraft treten. Wenn man die Inhalte liest, könnte man meinen, die Machtergreifung der afd habe bereits stattgefunden:

Menschen dürfen bis zu einem Monat „vorbeugend“ in Gewahrsam genommen werden.

Jeder Bürger darf ohne Verdachtsmomente durchsucht werden.

Die Video-Überwachung und die Überwachung  von Telefonaten und Internetaktivitäten soll massiv ausgebaut werden.

Unser Grundgesetz ist von den Erfahrungen der Nazi-Zeit geprägt und formuliert Prinzipien eines Rechtsstaates. Auf diese Verfassung können wir stolz sein. Diese Prinzipien werden leichtfertig von Polit-Clowns über den Haufen geworfen, um einen hysterischen und von fragwürdigen Medien aufgehetzten Zeitgeist zu bedienen. Dadurch wird eine Gesellschaft nicht sicherer. Ganz im Gegenteil:

Wer die Freiheit opfert, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.

Hier kann man online gegen das geplante Gesetz protestieren:
https://weact.campact.de/petitions/grundrechte-schutzen-neues-polizeiaufgabengesetz-in-nrw-verhindern

Für den 7. Juli 2018 ist eine Demonstration in Düsseldorf geplant:
http://www.attac.de/startseite/detailansicht/news/polizeigesetz-in-nordrhein-westfalen-attac-ruft-zu-widerstand-auf-1/

In diesem Zusammenhang hat es einen komischen Beigeschmack, dass eine der ersten Aktivitäten der CDU-FDP-Regierung die Auflösung einer Behörde war, die sich sehr effektiv mit der Bekämpfung von Umeltkriminalität befasst hat. Diese Stabstelle hat unter anderem die Machenschaften der Firma Envio in Dortmund untersucht. Hier ist der Schutz der Bürger auf einmal nicht so wichtig.

Heute im HRB Mengede

Die Brutsaison der Kiebitze im HRB Mengede geht dem Ende zu. Trotz bestimmt 13 Brutpaaren, die ihr Glück versucht haben, ist die Anzahl an Küken bedrückend gering. Gerade mal zwei Vögel sind bislang flügge geworden. Ein paar mehr könnten es noch werden. Aber ob sich mit derart geringen Zahlen die Bestände halten lassen, ist fraglich.
Erfreulich war dagegen die Beobachtung eines rastenden Rotschenkels und eines Knäkerpels. Der sah schon etwas verlottert aus. Die Brutsaison ist gelaufen, da muss er für niemanden mehr schön sein.

Gestern im Groppenbruch


Die Brutzeit geht nun zuende. Nun kommt die Zeit der Insekten. Die Libellen legen ihre Eier ab. Die Skorpionsfliegen und Schmetterlinge besuchen die Blüten. Wenn man sie sich genauer ansieht, erkennt man erst, wieviel Schönheit und Skurrilität verloren gehen, wenn die Insekten verschwinden.

Wenn die Käfer Trauer tragen

Auch im HRB Mengede sind im Mai Wiesen und Wirtschaftswege gemäht worden. Glücklicherweise wurden hier jedoch große blühende Flächen stehen gelassen. Das hat diesem schönen Trauer-Rosenkäfer Leben und Lebensraum gerettet. Die wärmeliebende Art kommt bevorzugt in Nordafrika und im Mitelmeerraum vor. Sie mögen blütenreiche Wiesen, Mager- und Trockenrasen. In Deutschland gilt der Trauer-Rosenkäfer als stark gefährdet. Zahlreiche weitere Insektenarten werden in den verbliebenen Blühstreifen überleben. Somit findet auch die Schafstelze Futter für ihren Nachwuchs.
Wie einfach ist es, etwas für den Artenschutz zu tun. Einfach nur mit Sach-Verstand arbeiten.

Tipps für Pfingsten

Kornblumen

Vor allem hab Zeit und nimm Umwege.
Lass dich ablenken. Mach sozusagen Urlaub.
Überhör keinen Baum und kein Wasser.
Kehr ein, wo du Lust hast, und gönn dir die Sonne.

Peter Handke: „Über die Dörfer“

Freibadsaison eröffnet

Naturzerstörung am DO-Ems-Kanal

Am Dortund-Ems-Kanal wurden Ende April sämtliche Hänge und Randstreifen bis auf Bodennähe heruntergemäht. Eine Umweltzerstörung im großen Stil. Den Spaziergängern wurde der Anblick blühender Wiesen genommen. Die Insekten verlieren ihre Nahrung und ihren Lebensraum. Hasen und Fasanen hätten dort ihren Nachwuchs großziehen können. Die Vögel finden nichts mehr, womit sie ihren Nachwuchs füttern könnten.
Glückwunsch! Da hatte mal wieder jemand eine tolle Idee.

Maikäfer in der Lichtfalle

Wir scheinen ein gutes Maikäferjahr zu haben. Zumindest deuten die zahlreichen toten Maikäfer, die man nun unter Laternen und an Gebäudestrahlern findet, darauf hin. Durch ihre Größe sind sie leicht sichtbar und machen auf das Problem der Lichtverschmutzung aufmerksam, das auch den Menschen schadet.

Wenn Sie als Architekt, Städteplaner oder Hausbesitzer tätig werden wollen, um das Insektensterben und die allgemeine Lichtverschmutzung zu verringern, dann gibt es einige einfache Maßnahmen:

  • Verwenden Sie als Leuchtmittel LED’s. Im Vergleich zu Neonröhren oder Halogenstrahlern locken sie weniger Insekten an. Und sie sparen Energie und Kosten.
  • Beleuchten Sie nur die Wege und Plätze, die ausgeleuchtet werden sollen. Vermeiden Sie Streulicht.
  • Vermeiden Sie den Einsatz  von Leuchten, die in den Himmel gerichtet sind.
  • Setzen Sie dekorative Strahler sparsam ein.

Hier finden sie eine Broschüre zu ökologischer Stadtbeleuchtung. Die Maßnahmen sind auch zum Schutz der Menschen gedacht. Neben Schlafstörungen soll zuviel künstliches Licht auch das Risko von Krebserkrankungen erhöhen, da der Hormonhaushalt gestört werden kann.

Der Hausrotschwanz verschwindet aus Dortmund

HausrotschwanzHaben Sie in diesem Jahr schon einen Hausrotschwanz gesehen? Oder wenigstens gehört? Sein scheppernder Gesang erinnert an einen gestörten Radiosender. Noch vor 15 Jahren konnte man ihn von vielen Hausdächern in Dortmund hören. Laut Brutvogelatlas (2003) schätzte man den Bestand auf 400 – 450 Brutpaare. Die Art galt in Dortmund als nicht gefährdet.

Dieser Bestand ist in nur 15 Jahren drastisch eingebrochen. Im Kreuzviertel oder anderen innerstädtischen Bereichen ist er nicht mehr zu hören. Wenn wir die Insekten ausrotten, finden selbst „Allerweltsarten“ keine Nahrung mehr. Das Artensterben findet vor unserer Haustür statt. Jeder Tag – und nicht einmal schleichend, sondern rasant. Wenn die Entwicklung so weitergeht, wird es in 10 Jahren keine Allerweltsarten mehr geben.

Wenn Sie also jetzt im Frühjahr etwas für die Insekten und damit auch für die Singvögel tun wollen, dann finden Sie in dieser Broschüre wertvolle Hinweise für insektenfreundliche Pflanzen: „Bienenfreundliche Pflanzen für Balkon und Garten„. Jeder Thymian und jedes Rosmarin in einem Balkonkasten ist wertvoll.